Liederabend mit Klavierbegleitung

Donnerstag, 29. Septemberr 2024
19.00 Uhr
Haus der Kultur Anif

FRANZ SCHUBERT
„Die schöne Müllerin“
Bernhard Teufl Tenor
Gereon Kleiner Klavier

Liederabend mit Klavierbegleitung Bernhard Teufl, Tenor Gereon Kleiner, Klavier 29. September 2024, 19.00 Uhr, Haus der Kultur, Anif

Die schöne Müllerin - Liederzyklus

1) Das Wandern – „Das Wandern ist des Müllers Lust“
2) Wohin? – „Ich hört ein Bächlein rauschen“
3) Halt! – „Eine Mühle seh´ ich blinken“
4) Danksagung an den Bach – „War es also gemeint, mein rauschender Freund“
5) Am Feierabend – „Hätt´ ich tausend Arme zu rühren!“
6) Der Neugierige – „Ich frage keine Blume“
7) Ungeduld – „Ich schnitt´ es gerne in alle Rinden ein“
8) Morgengruß – „Guten Morgen, schöne Müllerin“
9) Des Müllers Blumen – „Am Bach viel kleine Blumen stehn“
10) Tränenregen – „Wir saßen so traulich zusammen“
11) Mein! – „Bächlein, lass dein Rauschen sein!“
12) Pause – „Meine Laute hab´ ich gehängt an die Wand“
13) Mit dem grünen Lautenbande – „Schad um das schöne, grüne Band“
14) Der Jäger – „Was sucht denn der Jäger am Mühlenbach hier“
15) Eifersucht und Stolz – „Wohin so schnell, so kraus und wild“
16) Die liebe Farbe – „In Grün will ich mich kleiden“
17) Die böse Farbe – „Ich möchte ziehen in die Welt hinaus“
18) Trockne Blumen – „Ihr Blümlein alle, die sie mir gab“
19) Der Müller und der Bach – „Wo ein treues Herze in Liebe vergeht“
20) Das Baches Wiegenlied – „Gute Ruh´, gute Ruh´, tu die Augen zu“

Die schöne Müllerin - Inhalt

Die Figuren der schönen Müllerin und des Müllers als verschmähten Liebhabers sind keine Erfindungen von Wilhelm Müller. Müllerin, Müller, Mühle und Bach sind als Figuren literarische Topoi, die seit dem 18. Jahrhundert ihr Wesen in der deutschsprachigen Literatur treiben.
Im frühen 19. Jahrhundert galt die Vorliebe für diesen literarischen Stoff wohl, über Müllerin-, Bachund Mühlen-Idylle hinaus, der Figur des Müllerburschen, in der sich Naturnähe und Ungebundenheit beispielhaft verbinden. Nicht Sesshaftigkeit ist ihm eigen; er schaut dem Bache nach, denn ihn drängt es in die Ferne; der Bach ist sein Gefährte und Wanderkamerad. So kann es nicht verwundern, dass des Müllerburschen Versuch, seßhaft zu werden, von Vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Die Absage der Müllerin, die ja des Müllers Tochter, also die Tochter eines vermögenden Vaters, ist, bedeutet mehr als ein „Ich liebe dich nicht“, es ist die Absage an einen Menschen, dessen Ungebundenheit sich nicht den alltäglichen Normen fügt. Der konkurrierende Jäger stellt gegenüber dem Müllerburschen jene Person dar, deren gesellschaftliche Reputation nicht in Zweifel gezogen werden kann; dass die Müllerin sich ihm zuwendet, ist also durchaus einzusehen. Dennoch ist es der Müllerbursche, der die Zuneigung der Zeitgenossen findet; denn er ist es, der jene Ungebundenheit beispielhaft vorlebt, die dem Bürger verwehrt ist. Der Traum vom Müllerburschen ist darum zugleich auch der Traum von einem anderen, ungebundenen Leben.
Der Zyklus „Die schöne Müllerin“ handelt ähnlich wie die „Winterreise“ vom Wandern. Der „Müllerin“- Zyklus spricht gleich im ersten Gedicht vom Wandern als dem Lebensprinzip des Müllers; nur ein schlechter Müller wandert nicht. Der Bach sagt ihm, wohin die Wanderung geht, nämlich zur Mühle, wo er Arbeit und Lohn findet. Aber der Bach spricht auch von den Nixen, die „tief unten ihren Reihn“ singen. Beim Anblick der Mühle endet die Wanderung mit einem abrupten „Halt!“. Nun entfaltet sich jene heimliche Liebesgeschichte zwischen dem Müller und der Müllerin, die schließlich für den Müller tragisch endet. Die Müllerin entscheidet sich für den Jäger als die bessere Partie und der Müller entschließt sich, seinem Leben ein Ende zu setzen; er ertrinkt im Bach. Der Bach als der Wandergesell´, der dem Müller von Anfang an den Weg gewiesen hat, nimmt den Müller in seine erlösenden Arme auf. Schon zu Beginn des Zyklus hat der Müller gehört, wie die Nixen tief unten im Bach ihren „Reihn“ singen; am Ende ist er in jenem submarinen Phantasiereich der Nixen und Undinen
zu Hause, von dem nicht nur er, sondern die Romantiker insgesamt geträumt haben.
Gegenüber der „Winterreise“, in der ein namenloses „Ich“ die ausweglosen Stationen einer Reise, die kein Zeil und damit kein Ende kennt, schildert, verfolgen wir in der „Müllerin“ die Geschichte des Müllers, der als Person wie ein Schauspieler vor uns steht und zu uns spricht. (Elmar Budde)

Bernhard Teufl, Tenor

BERNHARD TEUFL Tenor


Bernhard Teufl ist gebürtiger Salzburger und lebt aktuell im schönen Rif/Hallein bei Salzburg.

Er ist studierter Naturwissenschaftler (Master in Molekularbiologie) und hat zudem einen Diplomabschluss im Lehramtstudium Theologie und Biologie.

Dennoch liegt der Hauptschwerpunkt seiner Tätigkeit und seines Interesses auf der Musik. Er hat sowohl im Gesang – Tenor – als auch auf der Klarinette einen Diplomabschluss am Musikum in Salzburg mit Auszeichnung gemacht. Danach studierte er Gesang als Privatschüler bei Frau Prof. Monika Lenz, besuchte Meisterkurse bei Kurt Widmer und ist aktuell Privatstudent von Herrn Prof. Bernd Valentin am Mozarteum Salzburg.

Im Laufe der Jahre haben sich die Möglichkeiten seiner künstlerischen Tätigkeit immer mehr verdichtet. Nun lebt er mittlerweile fast ausschließlich von der Musik als freiberuflicher Sänger.

Bernhard Teufl ist Mitglied diverser Kirchenmusikensembles in Salzburg und tritt dabei regelmäßig als Tenorsolist bei Konzerten und Messgestaltungen auf (Stiftsmusik St. Peter,, BachWerkVokal, Franziskanerkirchenmusik, Dommusik Salzburg, Basilika Mondsee, Basilika Maria Plain usw.).

Zentraler Punkt seiner künstlerischen Tätigkeit ist alljährlich das Salzburger Adventsingen im Großen Festspielhaus in Salzburg, wo er seit mittlerweile mehr als 15 Jahren als Solist auftritt. Er spielt und singt eine der zentralen Figuren in diesem Werk – den Josef – und das alljährlich vor mehr als 35.000 Besuchern.

Er wirkt seit vielen Jahren bei zahlreichen Opernproduktionen und Konzerten im Rahmen der Salzburger Festspiele, der Mozartwoche Salzburg und den Salzburger Osterfestspielen mit – viele Jahre als Mitglied des Salzburger Bachchores, mittlerweile vermehrt mit dem  Bayrischen Rundfunkchor und dem Staatsopernchor Wien.

Bernhard Teufl ist zudem seit 2018 Mitglied der „Erlesenen Oper Rosenheim“.

Ein besonderer Schwerpunkt in seinem musikalischen Schaffen liegt auf dem Liedgesang. Bernhard Teufl gibt regelmäßig Liederabende. Seine große Liebe gilt vor allem den berühmten Liederzyklen von Franz Schubert und Robert Schumann.

Gereon Kleiner, Klavier

GEREON KLEINER Pianist

Prof. Mozarteum Universtät
Geboren in Weingarten/Württemberg, BR Deutschland. Klavier- und Kammermusikstudien in Stuttgart, Wien und Salzburg bei Liselotte Gierth, Hans Kann, Roland Keller und Erika Frieser. Kurse bei Jürgen Uhde, Andrzei Jasinski und Bernard Ringeissen.Preise und
Auszeichnungen bei Wettbewerben in Deutschland, Italien, Spanien und Belgien. 1988 1. Preis beim Wettbewerb „Klaviermusik des 20. Jahrhunderts“ in Wien.
Stipendiat u.a. des Deutschen Musikrats, des Deutschen Akademischen
Austauschdienstes und der Alban Berg-Stiftung, Wien. Ballettkorrepetitor an der John-Cranko Schule der Württembergischen Staatstheater Stuttgart (1981-83) und 1983-87
Klavierlehrer an der Musikschule der Stadt Stuttgart.
1987-90 Klavierdozent am Konservatorium für Musik und dramatische Kunst, Wien und seit 1990 an der Universität Mozarteum, Salzburg. Habilitation 2004 und seit Sommersemester 2005 Ao. Univ. Professor.
Seit vielen Jahren aktiv in Gremien des Mozarteums zur allgemeinen Administration, zur Studiengestaltung, seit 25 Jahren in der Leitung des Departments für Tasteninstrumente, derzeit stellv. Leiter.
Regelmäßige Lehrtätigkeit bei Kursen der Austrian Masterclass (http://www.austrianmasterclasses.com) sowie weiteren Kursen in Österreich, Italien, der Türkei und in China.
Konzerte, Fernseh-, Rundfunk- und CD-Aufnahmen als Solist, Kammermusiker, Liedbegleiter und Ensemble- und Orchesterpianist, auch an Celesta, Harmonium, Orgel oder elektronischen Tasteninstrumenten (Wiener Philharmoniker, Mozarteum-Orchester
Salzburg, Österreichisches Ensemble für Neue Musik, Aspekte New Music Ensemble, Camerata Salzburg) in ganz Europa und Japan. Langjähriges Mitglied des Swietly- Klaviertrios, Wien.
Mitglied des Landesfachbeirats Salzburg für „Prima la musica“, oftmaliger Juror bei „Prima la musica“, Jugend musiziert und anderen Wettbewerben.Stellvertretender Leiter des Departments für Tasteninstrumente.